WORLD DUCATI WEEKEND 2000,9-11.Juni 2000 in Misano/Italien

33 Grad im Schatten, die Sonne sticht unbarmherzig auf den schwarzen Helm, das Leder klebt am Körper und dann das: wir haben auf der Autostrada die Abfahrt verpasst... kommen erst 100 Meter nach dieser Abfahrt zum Stehen. Sch....., verdammt, wie konnte das passieren.

Wahrscheinlich diese Hitze! Also: kurze Beratung, dann folgender Vorschlag: Weiterfahrt, bis in der Mitte der beiden Fahrtrichtungen eine Öffnung in der Betonabsperrung frei ist und dann umkehren. Fünf Bikes überqueren eine 6 – spurige Autostrada mit relativ viel Verkehr – das gleicht ein wenig „russischem Roulette“. Der Adrenalinschub war gigantisch, höchste Konzentration war angesagt ..... und es klappte.

Nach unendlich vielen Autobahnkilometern bei einer Affenhitze kamen wir schließlich an unser Ziel: Misano Adriatico, ein kleiner Ort an der Adria-Küste Nähe Rimini. Das Hotelzimmer war schon durch Ducati-Peter reserviert worden.

Vier Ducatis und eine Harley (ja, richtig gelesen-Michl fuhr mit seiner 99er Softtail-Custom, auf der wir kurz vorher eine verchromte Fahrradklingel montiert hatten) wurden im Vorgarten des Hotels zwischen Tischen auf Fliesen-Boden geparkt- ja, ja die Italiener lieben schöne Motorräder – dann die Zimmer bezogen und anschließend im Swimming-Pool am Dach die verschwitzten Körper gepflegt.


Die Truppe beim Tanken in den Bergen um Misano Da wir schon am Sonntag, 5 Tage vor dem Beginn des Ducati-Weekend´s, in Misano eintrafen, unternahmen wir in dieser Zeit kleine Tagestouren ins Hinterland in Richtung Toscana. Traumhafte Kurvenstrecken mit Null-Verkehr und einer Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Michls Harley tat sich naturgemäß ein wenig schwer und es wurden einige Schrammen durch die Auspuffhalterung in den durch die Sonne erweichten Asphalt geritzt, doch sonst hielt sie tapfer mit ( Michls Zitat : „Burschen foahrt´s net so schnö !“ – hörten wir ununterbrochen) . Die Ducatis der anderen flogen nur so durch die Landschaft von einer Kurve zur Nächsten. Man merkte es: sie waren daheim.

In winzigen Bars im Landesinneren wurden uns die besten Spaghettis aller Zeiten zubereitet und das um sehr wenig Geld ( Mein Zitat : „Herbert, friß net so vül !“).


hier gabs die besten Spaghettis

Wir besichtigten den Kleinstaat San Marino, gingen „shoppen“, sammelten Kulturpunkte („oide Stana onschaun“) und erfrischten uns zwischendurch am „Mare“ oder im Pool.


Bei den Tagestouren tauschten wir auch die Ducatis untereinander aus und mussten feststellen, dass die 996er bei diesen Temperaturen jenseits der 30 Grad, einen heißen Hintern(plus Zubehör) verursachte.Und trotzdem: sie war und ist eines der schönsten Sportmotorräder unserer Zeit !

Es stellte sich schon eine gewisse Erholung bei uns ein, die Festplatten (Gehirne) liefen schon auf dem Notprogramm, folgende Dialoge wurden geführt:

Kellner wollte Bestellung aufnehmen: Ich sagte: „Uno cappucino, per farvore !“ – Michl: „Due“ – Hannes: „Tre“ – Julius: „Quinque!“.

Michl´s Bestellung nach dem Frühstück: „ I kriag a Marmareu !“ – Kellner(in sehr gutem Deusch): „Was bitte ist Marmareu ?“ – gemeint war Mineralwasser !!

Julius Statement nach einer Tagestour bei mindestens 35 Grad: „ I fäul wia a Sau !!“

Michl´s Kommentar nach einer 40 Kilometer langen Kurvenstrecke: „De Berg interessier´n mi net !“

Am Donnerstag den 10.Juni wollten wir uns für das WDW – World Ducati Weekend – registrieren lassen. Diese glorreiche Idee hatte Peter, welcher die Gepflogenheiten schon vom ersten Ducati Weekend – 2 Jahre davor –kannte. Zu diesem Zweck fuhren wir zum Anmeldestand, der vor der Rennstrecke von Misano positioniert war.

Kurzbeschreibung: Registratione – Komplikatione – viele ausnehmend hüsche Mädels – „blah, blah, blah !!! – aber keine Karten – absolutes Chaos – ja, so san´s die Itaker !

Schlussendlich klappte es endlich ! Merke: es ist wichtig, die Anmeldung vor dem großen „Run“ durchführen zu lassen, da der große Ansturm erst Freitag und Samstag erfolgt!

Am nächsten Tag befestigten wir unsere erhaltenen Bänder (ein Band am Handgelenk und das andere am Bike – beide Bänder wiesen dieselbe Nummer auf, um einen Diebstahl des Bikes unmöglich zu machen !) und fuhren in das Gelände des „Circuito di Misano“ ein.


Zelte und Ducatis überall


Überall waren weiß-rote Zelte aufgebaut worden (jedes Land, Firmen, Clubs u.s.w.). Von allen Richtungen strömten die „Roten“ daher. Wir parkten unsere Ducatis ( und eine Harley) vor dem Österreich-Zelt, welches vom österreichischen Importeur BLM-Leitner betreut wurde. Dann erkundeten wir das Gelände. Es war schon impossant: ein Meer von „Roten“, dazwischen einige „Gelbe“ und auch ein paar „Bunte“ ! Viele interessante Umbauten ( hauptsächlich Monster – eh kloar, wos wüllst bei ana 996 er umbaun !) und sehr schöne klassische Oldtimer ( Mike Hailwood 9er, 900 SS aus den Jahren 1975 – 1980 im klassischem Silber-blau, sehr viele Scambler sowie 750 er F 1 und auch einige Beiwagen-Umbauten).


Wahnsinn!!! Am Programm stand zu Mittag eine Stunt-Show direkt auf dem Rennkurs. Diese Show –eigentlich unfassbar, was ein Typ mit einer Monster alles machen kann – war sehenswert und ein Höhepunkt des Tages. Es war anschließend auch möglich auf dem Rennkurs in Gruppen zu fahren, doch wir konnten bei dieser Hitze unmöglich ins Leder und so ließen wir es. Stattdessen suchten wir Abkühlung im Hotel-Pool und fuhren erst wieder gegen Abend zurülck zum Geschehen.

Den Tag ließen wir dann im Zelt bei Bier und „Schilcher“ sowie Begutachtung der Fahrgestelle der massenhaft anwesenden „Hasen“ ausklingen.


Am Samstag strömten noch mehr Ducatis in das Gelände, sodaß ab dem Nachmittag dieses gesperrt wurde. Die erst jetzt anreisenden Ducatisti mussten ihre Bikes vor dem Gelände auf dafülr vorgesehene Parkplätze abstellen. Da wir schon am Vormittag kamen, blieb es uns erspart.

Auf dem Rennkurs fanden wieder Stunt-Show´s, Dragster Rennen und auch Rennen der prominentesten Duc-Fahrer statt. Wir sahen Troy Bailiss, Robert Ulm, Andi Meklau, Ruben Xaus wie diese mit ihren roten Rennern um den Ring wetzten. Wir erholten uns anschließend wieder im Hotel-Pool und sahen am Abend auf der Hauptbühne, wo immer „ Action“ stattfand, die gesamte Ducati Rennmannschaft einschließlich King Carl Fogarty.

Zwischenzeitlich waren so viele „Rote“ im Gelände, dass man buchstäblich darüber klettern musste, um sich fortzubewegen. Den Abschluß des Tages bildete ein Feuerwerk und die gemeinsame Abfahrt zum Hotel. Obwohl tausende Biker fast gleichzeitig das Gelände verließen, bewegte sich immer alles und es kam zu keinen Zwischenfälllen. Überhaupt waren alle sehr diszipliniert und es kam zu keinen „Wickeln“ oder Unfälllen. Aufgrund von Schätzungen waren während des Ereignisses zwischen 15.000 – 17.000 Motorräder (mit insgesamt ca. 23.000 Teilnehmern ) angereist.

Die Ducatisti kamen aus Deutschland, Holland, Frankreich, Amerika, Südafrika und sogar aus Neuseeland. Man sah auch sehr viele Fremdmarken, die aber in keinster Weise diskriminiert wurden. Im Gegenteil, man konnte über die Vor- und Nachteile diverser Motorräder plaudern.


Für eingefleischte Ducatisti ein Muß, aber auch für alle anderen Biker empfehlenswert –


- see you on the next Ducati Weekend !!!



Wie immer mit dabei : JULIUS - unterwegs mit einer uralten DUCATI 750 SS.

MICHL - unterwegs mit einer (wie immer neuen) Harley Softail Custom ( Michl hat panische Angst mit einem Motorrad zu reisen, welches älter als 3 Jahre ist).

FREDL - unterwegs mit einer 99er DUCATI MONSTER 900

Neu dabei:

HERBERT - unterwegs mit einer DUCATI MONSTER 900 i.E ( Baujahr 2000 – d.h. mit Einspritzung ). Dieses Bike ergibt immer heiße Diskussionen zwischen dem Verfasser dieses Artikels und dem Besitzer dieses neumodischen Fahrzeuges.„Einspritzung ? Wer braucht des bei ana echten Monster-Flachschiebervergaser san vüll besser !“ u.s.w.

HANNES - Der Youngster im Team mit seinen 24 Jahren – doch er fälhrt schon Motorrad seit seinem 8.Lebensjahr.Unterwegs mit einer DUCATI 900 SS (Bj. 1998)

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