Das Tier - Ausfahrt am 4.2.2007 mit der Moto Guzzi !

Es war ein wunderschöner Sonntag im Februar. Die Sonne lachte vom Himmel und die Außentemperatur betrug 8 Grad.
So beschloß ich, die neue (alte) Moto Guzzi ein wenig auszuführen. Ich wollte nach Podersdorf ins Burgenland zu unserer Villa fahren, um dort nach dem rechten zu sehen. Die Stürme der letzten Wochen hatten ja ziemliche Zerstörungskraft bewiesen und so wollte ich unser Mobilheim kontrollieren.

Ich begab mich zur Garage und schob die "Rote" ins Freie. Danach folgte die Prozedur des Startens:
1. Licht aus 2. Standgasanhebung einschalten 3. Startknopf
"Brooaaar ......!" ....und schon brüllte das Tier los. Ist schon immer wieder ein besonderes Erlebnis ! Der Sound läßt einem die Nackenhaare aufstellen. Nicht zu laut, aber trotzdem mächtig ....und ganz tief.

Also raus aus der Stadt. Vor einigen Ampeln schüttelt es die Guzzi, als ob sie gleich absterben würde. Am Gas halten ist angesagt. Doch dann endlich...freie Bahn. Diese Kraft von ganz tief unten ist schon etwas besonderes. Da ziehts dich nach hinten und du hast gerade mal 5000 Touren am Drehzahlmesser.

Dann ....der erste Kreisverkehr voraus. Also runterschalten - wieder mach ich es zu schnell - nein, völlig easy und langsam. Ja genau, das will sie. Und wieder hab ich einen Gang zuviel runtergeschaltet. So kann ich nur um diesen Kreisverkehr eiern. Fürchterlich ! Ich denke, da brauch ich mindestens 2000 km, bis das funktioniert.

klassisch, schön

Wurscht, weiter gehts in Richtung Leithagebirge. Ich bemerke positiv, daß die Straßen weitgehendst frei vom Streusplitt sind. Also - Klimaveränderung - mir kann´s recht sein.
So kann ich die langgezogenen Kurven mit 140 km/h nehmen und stelle fest, daß die Guzzi förmlich am Asphalt klebt. Da gibts keinen Wackler oder Pendler, nix. Sie läuft wie ein Hochgeschwindigkeitszug.

Super, macht echt Spaß! Und Musik hab ich auch immer dabei. Keinen iPod oder sonstiges elektronisches Equipment, sondern die wundervolle Klangkulisse des V 2.
Besonders beim Gasgeben von 2000 Touren weg. Da hört man dieses einmalige Ansauggeräusch vermischt mit dem Poltern des Zweizylinders. Ein Traum!

Ich gehe kurzzeitig auf 6500 U/Min und habe jetzt am Tacho 180 stehen. Auch bei dieser Geschwindigkeit ist eine große Ruhe im Fahrwerk. Jetzt kommt wieder ein Kreisverkehr, also zuerst runterbremsen. Auch die Bremsen reagieren sehr fein. Man hört dieses unverkennbare Rauschen der Bremsscheiben, wenn sich die Beläge in das Metall beissen. Und jetzt vom 5. ind den 3. Gang, wie ich es mir eingeprägt hatte, ganz langsam und mit Gefühl. Dann das Bike ordentlich anpacken und mit Druck in den Fußrasten und am Lenker die Wechselkurve nehmen. Vorsichtig wieder ans Gas und von tief unten im Drehzahlbereich die Kupplung kommen lassen. Ja, genau so funktionierts !

Mittlerweile näherte ich mich dem Leithagebirge und merkte, daß die Außentemperatur durch den leichten Wind doch etwas frisch war. Also fuhr ich langsam ( leider war die Fahrbahn hier total versaut ) über diesen Berg - oder besser Hügel - und gab dann auf den Geraden Richtung Neusiedl wieder ordentlich Gas.

wo Guzzi draufsteht, ist auch Guzzi drin !

In Neusiedl tankte ich und hab vorher mit Verwunderung festgestellt, daß die Benzinkontroll-Leuchte tatsächlich funkioniert. 180 km - 10 Liter - der Verbrauch war auch in Ordnung.
So steuerte ich dann Podersdorf an, stellte fest, daß an der Hütte alles in Ordnung war und genoß die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht.

Gleichzeitig freute ich mich schon wieder auf die Heimfahrt, obwohl es schon empfindlich kalt wurde. Machte aber nichts, denn die Guzzi würde mir schon ordentlich einheizen.

 

 

 

 

 

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