Rollin´, rollin´, rollin´ .......

ist der Refrain eines uralten Songs- "Rawhide" -von Frankie Laine aus dem Jahr 1959, der das Fahren mit der 30 Jahre alten Honda CX 500 am besten beschreibt.

Keep Rollin', Rollin', Rollin',
Though the streams are swollen,
Keep them dawwgies rollin', Rawhide!
Through rain and wind and weather,
Hell bent for leather,
Wishing my girl was by my side,
All the things I'm missin'
Good fiddles, love and kissin',
Are waiting at the end of my ride.
Rollin', Rollin', Rollin', Rollin', Rollin', Rollin', Rawhide! H'yah! H'yah!

Es war einer der wenigen Tage im Mai 2010, wo es nicht regnete. So beschlossen Michl und ich nach Podersdorf zu fahren. um ein wenig abzuschalten. Wir hatten beide Urlaub und so stand einigen erholsamen Tagen nichts im Weg.
Wir begaben uns in die Garage und ich beschloss kurzerhand mit unserem Oldtimer die Fahrt aufzunehmen. Nachdem ich der Honda Starthilfe gab (die Batterie war natürlich schon wieder leer), sprang sie sofort an und blubberte vor sich hin.
Michl gab natürlich noch Kommentare von sich, wie : "Na, wir müssen die Honda öfter bewegen, so gehts net weiter. Wir schauen, dass wir ca. 1000 km im Joahr mit ihr runterdrehen, donn holt a die Batterie....und pass auf, des liegt gonz Orsch.... des bremst a net ... foahr net so schnöll ..... u.s.w."
Ich fand es bemerkenswert, dass Michl plötzlich auf gute Bremsen Wert legt, wo er doch mit seinen Harley´s auch nicht richtig bremsen kann. Aber wahrscheinlich lags daran, dass er seit kurzem eine Ducati sein Eigen nannte. Endlich weiss er auch, dass man ein Motorrad sportlich bewegen kann!

Nun fuhren wir - Michl saß auf seiner Street Bob - wie üblich über Himberg Richtung Süden. Auf den längeren Geraden zwischendurch schoss mir der Song "Rawhide" durch den Kopf, denn man fühlte sich wirklich wie auf einem Kutschbock einer alten Postkutsche im "Wilden Westen". Die Sitzposition zeigte es eindeutig. Die Beine breit und mit 90 ° Winkel des Kniegelenks, genauso wie auf einer Kutsche.
Die Leistungsentfaltung des wassergekühlten V-Twins (quer eingebaut, wie bei einer Guzzi) war natürlich ausgesprochen mild und kurz dachte ich, dass meine KLE ein richtiger Temperamentsbolzen ist.

Allerdings muss man sich immer bewußt sein, auf einem Bike zu sitzen, welches 30 Jahre alt ist. Bei mir selbst gingen 30 Jahre ja auch nicht spurlos vorbei.

In den Kurven über das Leithagebirge merkte ich, wie leicht die Honda in die Kurven ging. Man konnte einen sehr präzisen Strich fahren und so ließ ich wieder einmal Michl mit seiner Harley keine Chance. Es ist unglaulich, aber man kann mit einem 30-jährigen Oldtimer ohne weiteres eine 3 Jahre alte Harley im Kurvengeschlängel herbrennen! Lustig, lustig !

So rollten wir nach dem Leithagebirge in Richtung Neusiedl. Auf der langen Geraden nach Podersdorf, wollte ich es wissen und gab einmal Gas. Bei 8000 U/Min lief die Honda 140 und ich schätzte, dass bei Vollgas bei 10.000 U/Min ca. 160 km/h drin wären. Aber ich nahm Rücksicht auf ihr hohes Alter und ließ es gut sein. Schließlich erreichten wir ohne Probleme Podersdorf, wo es ca. 5 Minuten nach unserer Ankunft zu regnen begann.
Michl´s Kommentare zum Wetter spare ich mir an dieser Stelle. Der geneigte Leser kann es sich ja lebhaft vorstellen!

 

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