Fotos

Ivano Beggio

Beggio beim Aprilia World Meeting 2003

Einbauhalle im Werk in Noale

Prüfstand

Der Rahmen einer Falco

...zu Aprilia





Firmengeschichte Aprilia

Für Aprilia war der Weg zu diesem Erfolg lang und nicht immer ohne Hindernisse. Angefangen hat alles vor 28 Jahren. Alberto Beggio, Vater des heutigen Aprilia-Chefs Ivano, gründete eine Fahrradfabrik, die er nach einer Lancia-Limousine benannte: Aprilia.

Sein motorsportbegeisterter Sohn Ivano, heute 60, überzeugte ihn davon, neben den Drahteseln auch kleine Geländemotorräder zu produzieren. Ivano startete auch selbst bei Cross-Rennen, landete aber, wie er heute noch verschämt zugibt, etwas zu oft im Dreck.

1975 begann Ivano Beggio mit der Produktion von 50er Mopeds, 1980 gestaltete er seine Firma dann um: Aprilia konzentrierte sich fortan ausschliesslich auf die Entwicklung von Zweirädern und ließ alle Teile von Zulieferern fertigen.
Der große Durchbruch kam zwar erst in den 90er Jahren, dann aber gleich in allen Bereichen. 1991 brachte Aprilia als ersten Roller den Amico heraus, der ebenso wie der zwei Jahre später präsentierte Scarabeo zum Verkaufsschlager wurde. Auch der Gulliver und der sportliche SR 50 sind alles andere als Ladenhüter.
1992 schloß Aprilia einen Vertrag mit BMW und fertigt seither in Noale die BMW-Erfolgs-Funduro F 650. In Italien liegen die Aprilia-Zulassungszahlen bereits deutlich vor Suzuki und Kawasaki. Dazu kommt der sportliche Triumph: Max Biaggi gewann auf Aprilia 1994 und 1995 die 250er-WM.

Damit nicht genug, ist Ende 1998 auf der Kölner Motorradausstellung IFMA eine 1000 Kubik-Maschine vorgestellt worden. Heute das erfolgreichste und imageträchtigste Produkt aus dem Hause Aprilia: Die RSV Mille.
Ein Zaubermotorrad, wie es im Buche steht, oder wie einst "MOTORRAD" titelte: "Das Wunder aus Noale"!!! Mit damal gemessenen 118 PS lief die Mille an die 270 km/h, doch damit nicht genug, das Motorrad lag in Kurven, wie man es bisher nur von Ducati kannte. Dazu ein Handling von dem wir schon seit Jahren träumten. Der Motor kann getrost als gelungenes Meisterwerk beim Einstand bezeichnet werden. Power, Zug und Haltbarkeit. Dazu der Blick Aprilia´s auf den Rennsport. Kein Motorrad kann mit so wenigen Handgriffen modifiziert werden und bietet dann noch mehr Power und Leistung.

Nur Ivano Beggio selbst hätte es beinahe geschafft, all diese Erfolge zunichte zu machen. Mitte der 80er Jahre versuchte sich der umtriebige Manager auch als Möbel- und Brillenfabrikant, doch ausser Schulden kam nichts dabei heraus. Die sind inzwischen fast getilgt, Beggio stiess die branchenfremden Firmen ab und kehrte wie ein reumütiger Schuster zu seinen Leisten zurück - zum Zweirad. Mit innovativen Rollern und Motorrädern, aber auch mit Sporterfolgen heizt der italienische Hersteller Aprilia den Japanern ein.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 1968 beschäftigte Aprilia 18 Angestellte, 1996 arbeiten schon 1200 Menschen für die Firma aus Noale. Jetzt haben die Italiener noch eins draufgelegt: In Scorzè, nur sechs Kilometer vom Firmensitz in Noale und 30 Kilometer westlich von Venedig, hat im Frühjahr 1998 ein neues Aprilia-Werk seine Pforten geöffnet. Und wie es sich für eine Firma gehört, die nach dem Willen ihres Chefs Ivano Beggio im Jahr 2000 einer der europäischen Marktführer sein soll, läuft die Produktion auf Hochtouren.
1200 Zweiräder verlassen die Hallen in Scorzè und Noale jeden Tag; zu Spitzenzeiten im Juli sollen es sogar 1400 sein.

Leider, wie so oft bei italienischen Firmen, wurde auch Aprilia von einer Krise im Jahr 2004 eingeholt und mußte an Piaggio verkauft werden. Beggio wurde Ehrenpräsident, hat aber in dieser Funktion keinen Einfluß auf das Geschehen. Es bleibt nur zu hoffen, daß die wunderbaren Motorräder (RSV, Tuono u.s.w.) mit dem "super" Motor made in Austria weiter gebaut werden.