Fahrt nach Italien (Toscana und World
Ducati Week) im Mai 2004
frei nach Eros Ramazotti:
"Emozione per sempre"

 

mit dabei:

Millefredl Julius Herbert Hannes(daBua) Hansl Karl Sandra
Mille R Ducati 996 Duc Monster S4R Mille R Honda Trans Alp Yamaha Fazer Kawasaki ER 5


Wir trafen uns am Westbahnhof, von wo unser Autoreisezug nach Innsbruck abfuhr. Hier nahmen wir (Julius, Herbert, Hansl , Da Bua und ich) im Speisewagen Platz und ließen es uns bis Innsbruck gut gehen. In Innsbruck angekommen, mußten sich Julius und Herbert zuerst für die Reise richtig anziehen.

Danach gings recht flott nach Süden über die alte Brennerbundesstraße. Nach Matrei, dann über den Jaufenpaß-alles im "Knockin´on heavens door"-Modus.

Anschließend fuhren wir in Richtung Gardasee - traumhafte Kurvenstraßen- wo wir am späten Nachmittag eintrafen.

Am nächsten Tag gings zuerst entlang vom Gardasse in Richtung Mantova, wo wir zwecks schnelleren Weiterkommens die Autostrada nach Modena nahmen.
Da an dem Tag (Sonntag) der MotoGP in Frankreich stattfand, machten wir einen Abstecher nach Maranello, wo wir uns in der Ferrari-Bar den GP ansahen.

Nach dem GP waren wir alle ziemlich geschlaucht - eh kloar, hineinfressen und TV schaun macht müde - und so wurden wir erst auf dem Weg in die Toscana wieder munter. Die Kurven waren echt geil und wir kamen abends in irgendeinem kleinen Dorf an, wo wir uns in dem einzigen Hotel einquartierten. Die Besitzer dieses Jahrhundert-Juwels waren so alt, daß unser Oldie Hansl wie ein Neugeborener wirkte. Überhaupt trafen wir beim Spaziergang nur Menschen zwischen 70 und Verwesung und so mußten wir nach einem vorzüglichen Abendessen in der Hotel-Bar einige Drinks nehmen (Bedienung: das Teenie-Girl der Stadt, Alter ca. 50).

Am nächsten Tag stachen wir nach dem Frühstück - noch nicht munter - sofort wieder in die Kurvenlandschaft hinein. Es ist schon ein etwas eigenartiges Gefühl wenn man am Bock sitzt, der von einer Kurve in die andere fällt und der Körper noch nicht richtig will !

Dann passierte folgendes: wir verpassten den richtigen Weg und fuhren prompt in die Stadt Florenz. Was das heißt, muß ich wohl näher nicht erklären. Totales Verkehrschaos - wie immer in italienischen Großstädten - und zwischendurch Rollerfahrer, die wie irr durch die Stadt fuhren (rote Ampeln werden großzügig ignoriert). Außerdem war es mittlerweile doch schon ziemlich heiß und so schwitzten wir. Konzentration war angesagt, nur keinen Fehler machen, denn sonst wirst du durch einhundert Autos in den Asphalt hineingearbeitet.

Irgendwie kamen wir aus dieser Hölle wieder auf die Autobahn und fuhren um Florenz herum.
Nun folgender Vorfall: Nachdem ich bei der Hitze meine Jacke geöffnet hatte und wir auf der Autostrada 140 - 160 km/h auflegten, rutschte mein Handy aus der Tasche und klatschte bei ca. 140 km/h auf den Asphalt. Gleichzeitig verabschiedete sich auch mein Reisepaß. Ich rollte am Pannenstreifen aus, die anderen hielten natürlich weiter vorne. So marschierte ich am Pannenstreifen und suchte meine Teile. Und siehe da: ich fand tatsächlich mein Handy (das Cover hatte sich verabschiedet) und der Akku war auch vorerst weg. Ich ging weiter und konnte tatsächlich auch den Akku sowie die Tastatur auffinden. Mittlerweile war Hansl zu mir gekommen und half mir bei der Suche. Er ging etwas vor mir und plötzlich und für mich vollkommen überraschend rannte er (für mich in selbstmörderischer Absicht) über die stark befahrene Autostrada. Er wurde wie durch eine Wunder von keinem Auto aufgegabelt! Dann stand er in der Mitte zwischen den Leitschienen. Die Autos und Lkw´s fuhren ganz knapp an ihm vorbei. Nach einiger Zeit lief er wieder zu mir herüber. Wieder kam er nicht unter die Räder und das Tollste: er hielt meinen Reisepaß in Händen!
Der Abschluß dieser Geschichte: Ich kaufte mir in Misano ein neues Cover für das Handy, legte den etwas ramponierten Akku ein, schaltete ein und telefonierte wie wenn nichts geschehen wäre. Fazit: Nokia Handys sind "prooved for 140 km/h".

Nach dieser Episode fuhren wir wieder ins Kurvenland in Richtung Misano/Adriatico. Wir kamen gegen Abend in "unserem" Hotel (war uns schon von einer Reise bekannt) an. Dort parkten wir unsere Motorräder am Vorplatz mit Fliesenboden und tranken einige Biere!

Am Abend trafen dann noch Karl mit Sandra ein, die mich telefonisch auf meinem kurz vorher zusammengebauten Handy erreichten.

Am nächsten Tag gings dann zur World Ducati Week (kurz WDW). Vorerst hieß es wie immer : bitte warten! Die Italiener sind bis dato nicht Imstande eine reibungslose Anmeldung und Kartenverkauf zu organisieren. American Way of Life und italienischer Lebensstil passen halt nicht zusammen !

auch Kawasaki war vertreten !

Nach einigen Stunden und mittlerweile auch höheren Temperaturen sehnten wir uns nach unseren Pool am Dach des Hotels und so legten wir eine Pause ein.

Gegen Abend fuhren wir wieder zum Gelände der WDW, wo Karl und Sandra auf uns gewartet hatten.


Nachdem Karl seine Liebe zu Ducati und Hansl zu Aprilia eingestanden hatten, testete Julius sein Altersmotorrad (kann nicht mehr lange dauern)!

 

Anschließend wurde gefeiert und die wirklich gute Band auf der Bühne, sorgte für eine ausgelassene Stimmung!

Zum Abschluß des Tages waren wir noch bei "Steiner" essen, wo uns wieder extrem gute italienische Spezialitäten serviert wurde.

Am nächsten Tag war ein Ausflug durch die Kurvenlandschaft der Toscana geplant. Mit dabei waren Hansl, da Bua, Karl und Sandra. Julius und Herbert zogen es vor noch einen Tag die WDW zu besuchen, wobei Herbert sich an seiner Monster einen neuen Auspuff (Termignoni - offen) montieren lassen wollte.

So fuhren wir in die Berge und fuhren insgesamt 350 km nur Kurven. Das Wetter war sehr günstig - nicht zu heiß- und der Asphalt war wie immer griffig.

Am späten Nachmittag kehrten wir noch in einer kleinen Kneipe ein, wo sich ein etwas seltsamer Hund für Karls Maschine begeisterte - mit einer Yamaha kann mans ja machen !!!!!.

Leider hatte der Tag kein gutes Ende, denn wie wir bereits in unserer Hotel-Bar saßen und genüsslich die Biere zwitscherten wurden wir von Julius telefonisch verständigt, daß Herbert einen Unfall gehabt hatte und er jetzt zur Durchuntersuchung im Spital in Pesaro war. Gottseidank hatte er keine gröberen Verletzungen.
Die Monster hatte ihn bei einer Notbremsung - ausgelöst von einem Trottel im Bürgerkäfig, der ohne zu blinken, nach links einbiegen wollte - abgeworfen. Die Monster überschlug sich einmal und kam dann ohne ärgere Beschädigungen auf. Lediglich der Lenker und der Tank hatten was abbekommen. Herbert selbst flog an Julius, der vor ihm gestanden hatte, vorbei und kegelte sich den kleinen Finger aus. Weiters hatte er ein Cut am Knie, leichte Gehirnerschütterung und Prellungen.
Nach einer 4 - stündigen Visite im Spital war er aber fähig, noch die Monster zum Hotel zu fahren.

Am nächsten Tag stellten wir die Monster soweit wieder her, daß Herbert mit Julius über die Autobahn in Richtung Villach fahren konnte, wo sie dann den Autoreisezug nach Wien nahmen. Der Rest der Gruppe fuhr in Richtung Crespano di Grappa, wo wir wieder einmal bei Maurizio - Club Pompone - vorbeischauen wollten.
Die Tour verlief ohne größere Vorfälle und so kamen wir am Abend in Crespano - Hotel La Posta - an. Das Hotel war durch neue Besitzer auf Vordermann gebracht worden und auch preislich wesentlich günstiger als in den vergangenen Jahren.

Anschließend wurde Maurizio besucht, wo uns wieder herrliche Gerichte vorgesetzt wurden. Maurizio persönlich servierte und er lud uns zu seiner 20-Jahre Club Pompone Feier im nächsten Jahr ein. Das Fest, so versicherte er, wird ein Ereignis der besonderen Art und so versprachen wir im Mai 2005 zu kommen.

Am letzten Tag fuhren wir insgesamt 750 km nach Wien, wobei wir erst um 10.30 Uhr wegkamen. So gaben wir uns zuerst den Mauren-Paß, danach Kanal-Tal bis Thörl Maglan. Dort fuhren wir auf die Autobahn auf und preßten von dort nach Wien. Ich erreichte um 20.00 Uhr Wien, wo ich noch ein ganz besonderes Erlebnis hatte
Nachdem ich von der A 23 auf den Verteilerkreis Favoriten auffuhr und ich doch etwas flotter unterwegs war - no na - und die Ampel grünes Licht zeigte, wollte ich mich in die Kurve legen- doch - was war das? Mein Bock machte keinerlei Anstalten, den erforderlichen Radius zu fahren. So geigte ich über zwei Fahrspuren - zum Glück herrschte wenig Verkehr - und fuhr dann sehr langsam um den Kreis. Bei der nächsten Ampel sah ich, daß ich fast keine Luft im Vorderreifen hatte.
Durch die doch manchmal hohen Geschwindigkeiten hatte sich die Luft durch die Zentrifugalkraft über das Ventil verabschiedet (Merke: niemals ein Pastikkapperl über das Ventil schrauben, da dieses Teil das Ventil nicht dichthalten kann!). Doch irgendwie schaffte ich es noch in meine Garage und so ging ein Super-Urlaub (ohne Diebstahl oder sonstige Blödheiten ) zu Ende. Frei nach Eros Ramazotti "Emozione per sempre" - Emotionen für immer !

 

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©2004 Millefredl