Tour zum Como See vom 18.-23.9.2004

Aufgrund der Ereignisse vorerst einmal ein kurzer Flash-Film:

Bei Spendenüberweisungen bitte bei Zahlungszweck "Desperado" angeben.

Bericht

Wir (Julius, Hansl und ich) trafen uns am Bahnhof, wo gegen 06.00 Uhr die Bikes verladen wurden. Da Hannes (da Bua) noch nicht da war, rief Julius ihn am Handy an. Originalgespräch: Julius: "Hannes, Hannes, hallo !" Nach längerer Pause Hannes: "Jo, wos is, wia spät is, i kumm scho!" Julius: "Es is halb sieben, du konnst die wieda niederlegn, da Zug foahrt um 07.00 Uhr!"

So fuhr der Zug ohne Hannes ab und wir nahmen im Speisewagen Platz. Nach drei Stunden (kurz vor Salzburg) läutete das Handy von Julius. Julius: "Hannes, wos is, wo bist - in Salzburg - Wahnsinn. Nein, Zusteigen is leider nicht möglich !"

Kurz vor der Station in Feldkirch meldete sich Hannes nochmal und meldete, daß er schon auf uns wartete. Wir applaudierten und konnten es nicht fassen: Hannes hatte knappe 800 Autobahnkilometer ganz alleine heruntergespult. Gratulation, reife Leistung. Resultat: Hannes war fix und fertig und zusätzlich hatte sich noch seine Tasche vom Beifahrersitz selbständig gemacht, war zurückgerutscht, am Auspuff verbrannt und den Inhalt auf der Westautobahn verteilt. Einiges war noch in der Tasche, aber Unterhosen, Socken und ein Täschchen mit Toiletteartikel sowie ein Handyladegerät, fehlten.

hier wartete Hannes auf uns Der Silvaplana See Blick von unserem Hotel - schon in Italien!

So fuhren wir mit Hannes in die Schweiz ein. Dort bemerkte ich sofort, daß die Eidgenossen, langsam wie noch nie fuhren. Die Bürgerkäfige fuhren mit 40 km/h auch auf Landstraßen und so mußten wir zwangsläufig überholen. Wir hielten uns großteils an die Geschwindigkeitsbeschränkungen.

 

Leider mußte uns Julius nach einem Telefonat mit seiner Schwester verlassen, da es seinem Vater gesundheitlich nicht gut ging. Nun fuhren wir zu dritt weiter und näherten uns der italiensichen Grenze. Plötzlich tauchte ein Motorrad mit schweizer Kennzeichen vor mir auf. Es war offensichtlich ein Mädchen, welches urplötzlich extrem langsam fuhr. Mir kam dies seltsam vor und blieb einige Zeit hinter ihr. Dann überholten wir ( Hannes und ich ) bis ein offensichtlicher Straßenarbeiter mitten auf der Straße stand und irgenwelche Handzeichen gab. Ich und Hannes fuhren langsam vorbei. Hansl hatte aber Pech! Er war vorher in eine Radarfalle geraten (in dem Augenblick als wir anderen so langsam fuhren) und der Typ auf der Fahrbahn wollte Hansl anhalten! Der ignorierte den Polizisten ( was uns danach erst klar wurde ) und fuhr auch weiter. Dies hatte jedoch schlimme Konsequenzen. Ein Streifenwagen fuhr Hansl nach, hielt ihn an und eskortierten ihn danach zum Anhalteort zurück. Dort mußte er 500 Schweizer Franken zahlen, weiters bekam er für 3 Monate Fahrverbot in der Schweiz ( was uns allerdings wenig ausmachte ).

Hannes und ich warteten einstweilen nach der Grenze. Dort wurde ich von einem freundlichen italienischen Autofahrer aufmerksam gemacht, daß Hansl von der Polizei festgehalten wird. So starteten wir unsere Bikes und fuhren wieder über die Grenze ins Feindesland, wo wir nach einigen Kilometern auch Hansl bei der Polizei antrafen. Ein Gespräch von "Kollege" zu "Kollege" war bei dem Typen absolut sinnlos, er behandelte mich "von oben herab". Bevor ich zornig wurde, sagte ich Hansl, daß wir uns später an der ersten Tankstelle in Italien treffen würden, da mein Sprit bereits zur Neige ging.

So warteten wir nach dem Tanken in einem kleinen Ort in Italien auf Hansl. Als es bereits dunkel war, kam er endlich und so mußten wir uns in dem Ort in einem Hotel einquartieren. Dann tranken wir einige Biere und schimpften auf die Schweizer.

Am nächsten Tag gings weiter - die Sonne lachte vom Himmel - und wir steuerten unser Ziel, den Como See, an. Wir fanden sofort unser Hotel, wo wir ja zwei Jahre vorher genächtigt hatten, wieder und so begann der schöne Teil unseres Urlaubes. Wir sahen uns im TV den japanischen MotoGP Lauf an und hatten gute Stimmung.

der Blick von der Terrasse unseres Hotels in unserem Hotel - ich ganz sexy ! vor dem Eissalon

Tags darauf drehten wir eine Runde um den Como See, machten Hansl in den Tunnels mit unseren Auspuff-Sounds fast vollständig taub und sahen uns traumhafte Villen an. Eine davon war die Villa von George Cloony.

eine der Traumvillen so wurde früher residiert Villa von George Cloony

Weiter gings nach Varese, um in weiterer Folge das MV-Agusta Museum zu besuchen. Daraus wurde dann doch nichts, da zu viel Verkehr den Plan vereitelte. So viele Bürgerkäfige und Lkw´s hatte ich auf einer Strecke noch nie überholt - Wahnsinn! Absoluter Wahnsinn! Am Abend ließen wir uns vollaufen und feierten unsere Überleben. Tags darauf machten wir ein wenig Ruhepause und besichtigten das Moto-Guzzi Museum.Hier hatte ich eine nette Unterhaltung mit einem italienischen Museumsführer: Der Alte, der mein Aprilia T-Shirt betrachtete: " Du - Aprilia Moto, e bene ??" Ich, mit Händen und Füßen erklärend, daß meine erste Aprilia 42000 km ohne Probleme lief: "Uno Aprilia, Quatro-due-zero-zero-zero Kilometer no problemi !" Der Alte: "Ohhhh! Moto Guzzi no !!!"

der Eingang zum Museum auch die allerersten Guzzis waren 4-Ventiler! auch der V 2 war nicht die Erfindung Ducatis

die Rennmaschine fuhr schon über 200 km/h 8-Zylinder von Guzzi

Nach diesem angenehmen Tag fuhren wir am nächsten Tag in Richtung Crespano del Grappa, wo wir beim Aprilia Großhändler vobeischauen wollten. Die Strecke war ein Traum. Nicht zu hohe Pässe ( Passo Aprica, Passo Tornale) gemischt mit endlosen Kurvenstrecken vor Trento. Da konnten wir unsere Viecherl wieder so richtig fliegen lassen - die Schweiz hatten wir schon vergessen !

Monument am Passo Tornale Rauchpause auf 1800 Meter Aprilia Händler Gabrielli

Wir übernachteten im Hotel La Posta und aßen die besten Spaghettis der Welt. Wir tranken einen Super Vino und bereiteten die Heimreise vor. Den Autoreisezug über Innsbruck hatte ich via Handy reservieren lassen! So fuhren wir dann nach Innsbruck ( wieder Super Kurven - alte Brenner Bundesstraße - Hansl`s alte und brave Honda fraß ordentlich Öl ) und von dort mit dem Zug nach Wien. In Wien schüttete es wie aus Kübel - eh kloar, du fährst 6 Tage bei Traumwetter durch Italien, kommst nach Wien und es regnet und ist kalt ( Temperaturunterschied mindestens 10 Grad ). Aber wurscht, wir kamen alle wieder gut heim und das ist das Wichtigtste !

unsere Villa glich einem Erlebnispark Hansl liebt alle Tiere außer Schweizer auf der Brenner Bundesstraße

 

 

   

 

 

©2004 Millefredl