Die Anreise gestaltete sich relativ unkompliziert, allerdings gehen dabei doch zwei Tage drauf ( 12 Stunden Autoreisezug, dann 22 Stunden Schiff ).
Man merkte jedoch, daß die ÖBB offensichtlich das Budget eher für neue Vorstandsvorsitzende als für ein menschenwürdiges Service benötigt. Die ÖBB-Bediensteten (Zugbegleiter) bemühten sich sehr, man merkt allerdings, daß man ihnen gar nicht die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellt (1 kleine Flasche Mineral und 2 kleine Flaschen Bier - zu einem stark überhöhten Preis - ist die Verpflegung) Da sprang Reini in die Presche und verwöhnte uns mit Wurst, Fleisch, Eiern, Tomaten, Paprikas, Fisch und Brot.
Dieses Abendmahl machte sich dann aber durch stark erhöhte Werte von Blähungen aller Beteiligten bemerkbar.
Den sprichwörtlichen "Vogel" schoß Reini ab. Seine Geruchsentwicklung war derartig arg, daß sogar Andl (der sonst wirklich nicht zartbesaitet ist) fluchtartig das Abteil verließ.
Schließlich hatten wir die Tortur überstanden, verließen den Ankunftsterminal in Ancona und fuhren ein Stück weiter zum Hafen, um die Fährentickets zu besorgen. Es ging alles glatt und so konnten wir um 12.00 Uhr in die riesige Fähre einchecken. Wir parkten unsere Koffereisen im riesigen Schiffsbauch und ab jetzt begann der eigentliche Urlaub.
Am nächsten Tag gegen 10.00 Uhr kamen wir in Patras an. Hannes mußte seine CB anschieben, da sie zu wenig Strom zum Anstarten hatte. Wir fuhren die Westküste des Peloponnes in Richtung Süden und waren alle guter Dinge.
Irgendwo nach drei Stunden Fahrt machten wir Pause und machten uns auf die Suche nach einem Lokal mit einem Fernseher, da Rossi und Co. in Mugello Gas gaben.
Merke: es gibt in jedem noch so kleinem Lokal einen Flachbildfernseher !
Nach dem spannenden Rennen und eine Kleinigkeit zu essen, fuhren wir wieder weiter - bis schließlich Hannes Kofferbock streikte und die Batterie komplett den Geist aufgab.
Wir hatten schon ein Quartier und so schleppten wir den erledigten Bock die letzten Meter ab.
Am nächsten Tag besorgten wir zuerst eine Batterie - die Werkstatt war wirklich sehenswert - danach fuhren wir eine kleine Runde. Das Wetter war eigenartig, da es kurzzeitig sogar regnete. Für griechische Verhältnisse absolut irre !
Wir verbrachten drei Tage an diesem Ort und erkundeten die Gegend. Dabei fuhren wir den ersten Finger des Peloponnes ab und freuten uns über diese tolle Landschaft mit ihren reizenden Ortschaften.
Merke: Meistens ist der Asphalt der griechischen Straßen extrem rutschig und es ist höchste Vorsicht geboten (Reini bekam echte Angstzustände, allerdings war er ja mit Hansl´s umgebauter Honda unterwegs).
Dann ging es weiter zum zweiten Finger der Halbinsel, wo wir eine super Privatpension in einem kleinen Ort - Agios Nikolaios - fanden. Der Chef war ein netter Kerl, der sehr gut deutsch sprach. So quartierten wir uns für die nächsten 7 Tage dort ein.
Wir fuhren hier in die imposante Berglandschaft und hatten mit wilden Hunden, auf der Fahrbahn taumelnden Ziegen und sonstigem Getier zu kämpfen. Ein besonderes Erlebnis war die Fahrt auf einen 2000 m hohen Berg. Am Gipfel endete die asphaltierte Straße und so mußten wir uns einen steinigen Pfad abwärts kämpfen.
Dabei stellten sich inmitten dieser Abfahrt plötzlich meine speziellen Freunde - 2 Kühe mit Kälbern - in den Weg. Da mir ja vor diesen mächtigen Tieren ordentlich der "Reis" geht, übernahm dann Reini die Spitze, da ich ansonsten möglicherweise noch heute dort warten würde.
Diese Tour war ein echtes Abenteuer, da wir uns nur nach der Sonne und der ungefähren Himmelsrichtung orientierten. Gottseidank waren hier die Harleys nicht dabei !
Merke: In Griechenland - abseits vom Tourismus - ist es fast nicht möglich Ortstafeln zu entziffern. Somit ist auch ein guter Plan keine rechte Hilfe.
Wir besichtigen auch kulturell wertvolle Sehenswürdigkeiten
( Tropfsteinhöhle, Mani mit ihren verlassenen Wehrtürmen, Sparta, sowie Mystras- eine byzantinische Ruinenstadt aus dem 13. Jahrhundert ), machten aber auch 2 Tage Pause, wo wir das immer schöner werdende Wetter genossen und auch baden gingen.
Nach einer Woche fuhren Reini, Hannes und ich weiter, da wir uns noch den Kanal von Korinth ansehen wollten. Michl und Andl blieben noch einen Tag.
Wir nächtigten in einer Traumbucht an der Ostküste, wo wir die einzigen Gäste waren und am Strand im Lokal sehr gut bewirtet wurden. Dort gab es auch, ein für griechische Verhältnisse, sehr gutes Bier.
Merke: Das Bier in Griechenland kann man nur trinken, solange es wirklich eiskalt ist.
Am nächsten Tag besichtigten wir den Kanal von Korinth, wo Reini eine Einladung meinerseits zum Bungee-Springen von der Brücke, sehr entschlossen ablehnte.
Wir näherten uns dem Ende dieser Reise, einmal nächtigten wir noch in einer Stadt Nähe Patras, danach trafen wir am Hafen mit Andl und Michl zusammen. Es ging wieder an Bord und ich nutzte das Traumwetter mit Sonnenbaden am Pool. Am Abend tranken wir noch einige Drinks in der Schiffs-Bar.
Die Rückreise mit dem Zug will ich nicht näher beschreiben, da wie schon erwähnt, das Service unter jeder Kritik ist.
Kurzzusammenfassung:
Wetter: erste Woche eher kühl -20 bis 25 Grad (eigentlich ideal zum Motorradfahren), danach wurde es von Tag zu Tag heißer.
Straßen: rutschig und glatt (jedes Bike über 50 PS ist überflüssig). Lokale: alle Lokale haben sehr gepflegte und neue Toilettanlagen, Essen relativ billig und gut, Bier ist teuer und schmeckt nicht besonders.
Pensionen: alle Zimmer sind gut ausgestattet und billig (Nächtigung in Hotels in größeren Städten ist nicht empfehlenswert, da entweder sauteuer oder sau"schiach").
Bevölkerung: sehr nett, hilfsbereit und freundlich.
Alle Fotos gibts hier !
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