Tour Italien vom 15. bis 25.
Juni mit Abschluß in Riccione und Besuch des
Treffpunkt in Wien 10, in der Muhrengasse vor meiner Garage.
Bei der Abfahrt der erste Schreck. Julius 996er verliert Benzin aus dem Tank
(sie wird feucht – vielleicht vor Aufregung?). Der erste Schaden wird schnell
repariert, da Julius immer die Dichtungsgummi mitführt. 
Etwas verspätet kann abgefahren werden und es geht über Wildalpen durch die Steiermark nach Kötschach-Mauthen, wo ich vorsorglich schon im Birkenhof Zimmer reserviert habe.

Dort wird zum ersten Mal genächtigt und am nächsten Tag geht’s über den Plöcken-Paß nach Italien. Herrliches Wetter, super Straßen und Kurven ! Wir fahren Richtung Torbole/Gardasee und da es durch ein Gewitter zu regnen anfängt, verlieren wir zunächst Schani, Herbert und Julius.
In Torbole machen sich die Übriggebliebenen auf die Suche nach einem Quartier, was aber angesichts einer gerade stattfindenden Schuh-Messe zunächst fast aussichtslos erscheint.
Durch meine Super-Idee den mir bekannten Campingplatz aufzusuchen, gelingt es doch tatsächlich in einer privaten Pension unterzukommen.

Nachdem nun auch die anderen eingetroffen waren, erfuhr ich, dass Schanis Ducati auf der Autobahn anfing zu spinnen und zuerst wurde sogar von einem Motorschaden ausgegangen. Doch dann lief der Motor zum Glück wieder und so konnten wir einen angenehmen Tag am Gardasee verbringen!

Schanis grauer Bock wurde durch einen wissenden Mechaniker durch den Austausch der Zündkerzen wieder in Ordnung gebracht. Gleichzeitig musste aber festgestellt werden, dass die Antriebskette erledigt war – dies trug allerdings nicht zur Hebung der Stimmung Schanis bei.
So fuhren wir durch die Berge in Richtung Mugello.
Da passierte der nächste Schaden ! Die Ducati 750 von Joe entledigte sich beim Fahren auf der sehr kurvigen und steilen Autobahn ihrer Antriebskette. Joe konnte die Kette wieder über das Kettenblatt bringen und zu uns auf eine Autobahntankstelle kommen. Dort spannten wir Joe´s Kette so, dass er wenigstens bis zur nächsten Werkstatt kommen sollte.
In der Nähe von Mugello warteten wir vor einer Werkstatt, die natürlich nicht offen hatte, da gerade Italien in der Fußball WM spielte.

Wir sahen uns das Match in einer Bar auch an ( Italien verlor in der Verlängerung gegen Südkorea – grande catastrophe ), danach fuhren wir in eine andere Werkstatt, wo vorher schon abgeklärt worden war, dass der Schaden dort auch behoben werden konnte.
Ein großes Problem ergab sich durch die Warterei: das Appartement in Riccione, welches ja fix gebucht war, musste bis 20.00 Uhr übernommen werden. Nun war es jedoch schon 17.00 Uhr und es lagen noch ca. 220 km durch die Berge vor uns. Nach Absprache fuhr ich alleine durch die Berge, mit einem gewissen Zeitdruck im Nacken. So gab ich Vollgas, ohne Rücksicht auf Verluste. Es gelang mir auch tatsächlich um 19.45 Uhr- puhhhh- das Büro zu erreichen, wo mir dann die Schlüssel übergeben wurden. In der Zwischenzeit ereignete sich folgendes: Nachdem die Kette von Joe´s Duc erneuert worden war, fuhr die Truppe ca. 10 km in Richtung Berge als plötzlich Hannes Ducati 748 kein Gas mehr annahm. Es wurde der Tank entleert, in 2 Plastikkübel gefüllt, dies alles bei 38 ° im Schatten. Doch es half nichts, die Duc weigerte sich beharrlich Gas anzunehmen. Nun verblieben Hannes, Joe und Andi und suchten sich vor Ort ein Quartier. Julius, Herbert und Hannes brachen bei untergehender Sonne in die Berge auf.
Ich selbst wartete auf die anderen in einer Bar, wo ich mir schon 2 Biere genehmigte. Dort laß ich auf einer Leuchtreklame: 23.00 Uhr – 29 Grad.
Um Mitternacht kamen alle drei schließlich an und wir konnten hundemüde ins Bett fallen.
Am nächsten Tag kamen die Restlichen an. Die Benzinpumpenzuleitung hatte einen Riß gehabt.
Wir verbrachten nun die restlichen Tag in Riccione, wo wir aufgrund der großen Hitze baden gingen, im Schatten in Bars herumlungerten und abends erst die Gegend erforschten.


Schanis Kettenantrieb wurde erneuert.
Einen Ausflug machten wir jedoch ohne Julius und Herbert. Wir fuhren in die Hügeln der Toscana und wollten dann abends in San Marino einkehren. Es kam, wie es kommen musste !
Der nächste Schaden: wieder der graue Bock von Schani ! Kaum zu glauben, die hintere Bremsleitung war durch stetiges Schleifen am Hinterrad undicht geworden und die Bremsflüssigkeit spritzte beim Betätigen des Bremspedales auf den Hinterreifen !

Ein Erlebnis der besonderen Art ! Und wieder traf es Schani ! Es half nichts, Schani musste umkehren. Wir (Hannes, Joe, Andi und ich) fuhren dann ca. 300 km traumhafte Kurvenstrecken bei annehmbaren Temperaturen, da wir ja erst um 16.00 Uhr abgefahren waren.

Am nächsten Tag ließ Schani den grauen Bock wieder reparieren. Unglaublich! Was sollte noch passieren !
Doch wir ließen uns die Tage nicht vermießen und schlussendlich kam der große Tag der Superbike-WM in Misano. Bei 40 ° /Schatten und bei 70 ° in der Sonne war der Besuch der Rennstrecke fast ein Überlebenstraining. Julius hortete Wasser in seinem Rucksack und so erlebten wir was Motorradbegeisterung auf Italienisch bedeutet. Ein Wahnsinn!



Da die Temperatur auch in der Nacht nicht mehr wesentlich abfiel, beschlossen wir am Montag um 05.00 Uhr abzufahren. Der Plan war, bevor die Sonne aufging, schon hundert Kilometer auf der Autobahn in Richtung Norden und somit in den Bergen zu sein. Es funktionierte, wir trieben unsere „Viecherln“ auf der Autobahn ziemlich schnell ( 160-180 km/h ) in Richtung Norden. Dabei verloren wir Schani, der aber ohnehin vor hatte, die gesamte Strecke an einem Tag zurückzulegen. Was wir jedoch nicht wussten: Schani fuhr über den Brenner und hatte den halben Weg nach Wien ( ca. 500 km) im Regen zurückzulegen!
Der letzte Schaden: Hannes 748er schmiss die rechte Seitenverkleidung auf der Autobahn bei 180 von sich. Auch ein ganz besonderes Erlebnis ! Ein Glück, dass er nicht stürzte.

Wir fuhren dann wieder nach Kötschach-Mauthen, wo wir den Pool genossen und endlich wieder gut schlafen konnten.
Am letzten Tag fuhren wir wieder durch Kärnten und Steiermark zurück nach Wien, wo ich schließlich um 20.00 Uhr eintraf.
Fazit: 3200 km, große Hitze, viele Schäden an Ducatis, jedoch kein Sturz und alles in allem ein toller Motorrad-Urlaub !